November 2019

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ENERGIE-CHRONIK



Für die Schlußlichter im Gesamtranking hält die Studie zumindest ein paar Trostpreise bereit: So rangiert das Saarland bei den Informationsangeboten zur Erneuerbaren-Nutzung sogar im oberen Drittel, die Politik des Landes Berlin zur Solarenergie und E-Mobilität wird als gut bezeichnet und dem Land Sachsen werden die höchsten Forschungsausgaben zur Systemintegration erneuerbarer Energien bescheinigt.

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg führen bei Erneuerbaren

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sind die führenden Bundesländer im Bereich Erneuerbarer Energien. Das ist das Ergebnis des Bundesländervergleichs, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag von und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zum sechsten Mal erstellt haben. Die am 27. November veröffentlichte Analyse bewertet auf Basis von 61 Indikatoren die politischen Anstrengungen und Erfolge der Länder bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien sowie beim damit verbundenen wirtschaftlich-technischen Wandel.

Studie betrachtet nicht nur die Erfolge, sondern auch die Anstrengungen

Der Befund erstaunt zunächst, da üblicherweise die installierten Erneuerbaren-Kapazitäten und die damit erzeugten Strommengen bei einem solchen Vergleich zugrunde gelegt werden. Und da kann Baden-Württemberg allenfalls bei der Solarenergie punkten, während es bei der Windkraft mit Bayern an letzter Stelle steht, sofern man die installierten Kapazitäten mit den Flächen der Länder vergleicht. Der energiepolitische Sprecher der SPD-Opposition im Stuttgarter Landtag, Gernor Gruber, sprach deshalb sogar von einem "Spitzenplatz voll heißer Luft".

Die Studie betrachtet aber nicht nur die Erfolge, die in den einzelnen Ländern mehr oder weniger mühsam errungen wurden, sondern auch die unternommenen Anstrengungen. Und hier lag Baden-Württemberg schon seit dem ersten Bundesländervergleich im Jahr 2008 – als in Stuttgart noch die CDU regierte – immer in der Spitzengruppe. Im aktuellen Ergebnis rangiert das Land bei den Erfolgen zwar nur auf Platz fünf, liegt aber bei den Anstrengungen mit Abstand an der Spitze aller Länder, weil es sich sich unter anderem durch eine vorbildliche energiepolitische Programmatik, umfassende Klimaschutz- und Ausbauziele sowie ambitionierte Maßnahmen zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils im Wärmebereich auszeichne.

In allen Bundesländern ein gemischtes Bild

Es zeigte sich, dass in allen Bundesländern noch große Verbesserungsmöglichkeiten in einzelnen Bereichen bestehen. Zum Beispiel sind die Erfolge bei der Nutzung Erneuerbarer Energien (Indikatorengruppe 2A) in Bayern am größten, vor allem in den Bereichen Solar- und Bioenergie. Das Potenzial der Windenergie wird dort jedoch stark vernachlässigt. Die auf den Plätzen zwei und drei folgenden Länder Schleswig-Holstein und Thüringen konnten ihren Punkteabstand zu Bayern in dieser Indikatorengruppe gegenüber der Vorgängerstudie von 2017 deutlich verringern.

Mit Blick auf die Anstrengungen zum technologischen und wirtschaftlichen Wandel (Indikatorengruppe 1B) liegt Niedersachsen auf Platz eins, gefolgt von Thüringen und Bremen. Niedersachsen zeichnet sich insbesondere durch die höchsten Forschungsausgaben für Erneuerbare Energien aus.

Die größten industrie- und technologiepolitischen Erfolge (Indikatorengruppe 2B) kann Hamburg verbuchen. Die Hansestadt punktet vor allem bei den Patentanmeldungen sowie bei den Indikatoren zur Nutzung der Elektromobilität. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (Plätze zwei und drei) haben die höchsten Anteile von Beschäftigten im Bereich der Erneuerbaren Energien.

 

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