Februar 2007 |
070204 |
ENERGIE-CHRONIK |
Die ehrgeizigen Ziele, die sich die EU-Kommission im Januar mit ihrem kombinierten Energie- und Klimapaket gesteckt hat, wurden im Februar von den Wirtschaftsministern der Mitgliedsländer nur mit Einschränkungen gebilligt. Die Abstriche betreffen die eigentumsmäßige Entflechtung der Strom-und Gasnetze (070101) und die verbindliche Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch der Gemeinschaft (070102). Die deutsche Ratspräsidentschaft will die Forderung nach einer verbindlichen Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien nochmals auf die Tagesordnung setzen, wenn im März die Staats- und Regierungschefs über die Vorschläge entscheiden.
Gegen eine wirksame Netzentflechtung wehrte sich erwartungsgemäß vor allem Frankreich. Auf ihrer Sitzung am 15. Februar einigten sich die Wirtschaftsminister auf die Kompromißformel, daß "die tatsächliche Trennung der Versorgung und Erzeugung vom Betrieb der Netze auf der Grundlage unabhängig organisierter und angemessen regulierter Strukturen für den Netzbetrieb", gewährleistet sein müsse. Dazu gehöre der "gleichberechtigte und offene Zugang zu Transportinfrastrukturen und die Unabhängigkeit von Entscheidungen über Infrastrukturinvestitionen". Die Kommission wurde aufgefordert, entsprechende Vorschläge zu machen.
Die Erhöhung der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch der Gemeinschaft bis 2020 auf 20 Prozent wurde von den Wirtschaftsministern zwar unterstützt, aber nicht als verbindliche Zielmarke akzeptiert. Vorgeschrieben werden soll lediglich der Zehn-Prozent-Anteil von Biokraftstoffen am Kraftstoffverbrauch.
Die Umweltminister erzielten auf ihrer Sitzung am 20. Februar ebenfalls keine Einigung
über eine verbindliche Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien. Dagegen
billigten sie ohne Abstriche die von der Kommission vorgeschlagene Selbstverpflichtung
der EU, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken,
wobei diese Verpflichtung im Rahmen eines internationalen Klimaschutzabkommens auf
30 Prozent erhöht werden kann (070102). "Das ist
ein Signal an die Weltgemeinschaft, daß die EU im Rahmen eines internationalen
Klimaschutzabkommens einen fairen und angemessenen Beitrag leisten will", sagte
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der als amtierender Ratsvorsitzender das Ministertreffen
geleitet hatte.