Januar 2026 |
260108 |
ENERGIE-CHRONIK |
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Quelle: UBA/DEHSt
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Die Einnahmen aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel in Deutschland beliefen sich im Jahr 2025 auf 21,4 Milliarden Euro. Sie lagen damit deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres (18,5 Milliarden Euro). Dies berichtete am 7. Januar die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA). Die Erlöse aus den beiden zentralen marktwirtschaftlichen Klimaschutzinstrumenten fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der als Finanzierungsinstrument einen zentralen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele Deutschlands leisten soll (zum Teil aber auch zweckentfremdet zur Finanzierung anderer Aufgaben benutzt wird).
Der Europäische Emissionshandel 1 (EU-ETS 1) umfasst die Treibhausgasemissionen aus Energie- und energieintensiven Industrieanlagen, des innereuropäischen Luftverkehrs sowie des Seeverkehrs. Er startete bereits 2005, litt aber zunächst unter einem Überangebot an großteils kostenlos ausgegebenen Emissionsberechtigungen, weshalb die Zertifikatspreise erst ab etwa 2018 eine Höhe erreichten, von denen eine klimaschützende Wirkung ausgehen konnte (siehe Hintergrund, November 2017). So kostete eine Emissionsberechtigung (EUA) noch im Januar 2018 nur 7,83 Euro, während der Durchschnittspreis im vergangenen Jahr bei 73,86 Euro lag, also fast zehnmal höher war. Zugleich wurde die Versteigerungsmenge weiter gekürzt. Dadurch sank die Zahl der versteigerten EUA für Deutschland, die 2024 noch 85 Millionen betragen hatte, im Jahr 2025 auf 73,5 Millionen. Die Auktionen werden an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig im Auftrag des UBA durchgeführt.
Ergänzend zum EU-ETS 1 startete 2021 in Deutschland der nationale Emissionshandel (nEHS) für Wärme und Verkehr. Bis 2022 waren zunächst nur die Hauptbrennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas Teil des nEHS. Ab 2023 kamen alle weiteren Brennstoffe, darunter auch Kohle, dazu. Seit 2024 sind auch die CO2-Emissionen von Abfallverbrennungsanlagen erfasst. Hier kostete eine Emissionsberechtigung 2025 im Durchschnitt 55 Euro.
Im EU-ETS 1 wurden im Jahr 2025 Auktionserlöse von rund 5,4 Milliarden Euro erzielt. Damit lagen die Einnahmen leicht unter dem Vorjahresniveau (2024: 5,5 Milliarden Euro). Dagegen stiegen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung im nationalen Emissionshandel (nEHS) für Wärme und Verkehr gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Im nEHS lagen die Einnahmen im Jahr 2025 bei rund 16 Milliarden Euro und damit rund 23 Prozent über dem Vorjahreswert (2024: 13 Milliarden Euro). Entsprechend stiegen die Gesamteinnahmen aus beiden Emisionshandelssystemen gegenüber dem Vorjahr und erreichten ihren bislang höchsten Stand.